Noch vor wenigen Jahren brauchte man für einen Produktkatalog, der nicht wie in Microsoft Word zusammengeschustert aussah, entweder einen Grafikdesigner oder solide Kenntnisse in Tools wie InDesign oder Illustrator. Für kleine Unternehmen und unabhängige Händler, die professionelle Unterlagen brauchten, sich die Ausgabe aber nicht leisten konnten, war das eine echte Hürde.
Das hat sich geändert. Die Tools sind inzwischen so gut, dass jeder mit einem Grundgespür dafür, was professionell aussieht, einen Katalog erstellen kann, der neben Agentur-Arbeiten bestehen kann. Man muss nur den Prozess kennen.
So funktioniert es, Schritt für Schritt.
Schritt 1: Bringen Sie Ihre Produktdaten in Ordnung
Bevor Sie überhaupt ans Design denken, organisieren Sie Ihre Produktdaten. Ein Katalog ist nur so gut wie die Informationen darin. Stellen Sie für jedes Produkt sicher, dass Sie Folgendes haben:
- Hochwertige Bilder. Daran führt kein Weg vorbei. Sind Ihre Produktfotos niedrig aufgelöst, schlecht ausgeleuchtet oder uneinheitlich im Stil, wirkt der Katalog unabhängig vom Layout amateurhaft. Nutzen Sie einen sauberen, einheitlichen Hintergrund (Weiß oder Hellgrau funktioniert für die meisten Produkte).
- Korrekte Produktnamen. Halten Sie das Format konsistent. Also überall „Oxford-Hemd Slim Fit für Herren“ — nicht mal „Slim Oxford Herren“ und mal „Herren Oxford Hemd Slim“.
- Vollständige Beschreibungen. Auch wenn Sie sie im Katalog kurz halten, sollten vollständige Beschreibungen vorliegen.
- Korrekte Preise. Großhandel und Einzelhandel, wenn Sie beide Kanäle bedienen. Inklusive Währung.
- SKUs und Varianteninformationen. Größen, Farben, Materialien — was immer auf Ihre Produkte zutrifft.
Wenn Ihre Produkte bereits in einer E-Commerce-Plattform wie Shopify liegen, existieren diese Daten vermutlich schon. Die Frage ist, ob sie sauber und konsistent sind.
Schritt 2: Legen Sie das Katalogformat fest
Nicht jeder Katalog erfüllt denselben Zweck. Wählen Sie das Format danach, wie Ihre Einkäufer es nutzen werden:
- Vollständiger Produktkatalog: Umfassend, mit Bildern, Beschreibungen und Preisen. Gut für die Erstansprache und Messen.
- Line Sheet: Kompakt und datendicht. Zeigt Produkte, Großhandelspreise, SKUs und Bestellmengen im Raster. Bevorzugt von etablierten Einkäufern, die Ihre Marke bereits kennen.
- Lookbook: Visuell, Lifestyle-orientiert. Weniger Produkte pro Seite, größere Bilder, wenig Text. Gut für Mode, Wohnaccessoires und Marken, bei denen Ästhetik den Kauf treibt.
- Saisonkatalog: Fokussiert auf eine bestimmte Kollektion oder Saison. Erzeugt Dringlichkeit und stellt Neuheiten heraus.
Für die meisten Unternehmen ist ein vollständiger Produktkatalog oder ein Line Sheet der richtige Einstieg. Ein Lookbook können Sie später ergänzen, sobald der Hauptkatalog steht.
Schritt 3: Wählen Sie das richtige Tool
Hier machen die meisten den entscheidenden Fehler. Sie greifen zu einem allgemeinen Design-Tool — Canva, Adobe Express, PowerPoint — und kämpfen dann stundenlang mit dem Tool, statt einen Katalog zu bauen.
Das richtige Tool hängt von Ihrer Situation ab:
- Bei weniger als 20 Produkten und seltenen Updates funktioniert ein allgemeines Design-Tool wie Canva. Es bleibt Handarbeit, ist aber machbar.
- Bei 20+ Produkten auf Shopify nutzen Sie ein spezialisiertes Katalog-Tool, das Ihre Produktdaten importiert. EasyCatalogs macht genau das — es holt Ihre Produkte direkt aus Shopify und platziert sie automatisch in professionellen Vorlagen.
- Für stark individuelle Layouts bleibt InDesign der Goldstandard, erfordert aber echte Designkenntnisse.
Die zentrale Erkenntnis: Je weniger manuelle Dateneingabe, desto besser wird Ihr Katalog. Nicht nur, weil es Zeit spart, sondern weil manuelle Eingaben Fehler erzeugen. Falsche Preise, fehlende Varianten, veraltete Beschreibungen — all das beschädigt das Vertrauen Ihrer Einkäufer.
Schritt 4: Strukturieren Sie Ihren Katalog
Ein guter Katalog hat eine logische Struktur, mit der Einkäufer schnell finden, was sie suchen. Diese Standardstruktur funktioniert gut:
- Titelseite: Markenname/Logo, Kollektionsname, Saison/Jahr, Ihre Website-URL
- Über-uns-Seite (optional): Kurze Vorstellung Ihrer Marke. Maximal eine Seite.
- Inhaltsverzeichnis: Produktkategorien mit Seitenzahlen. Ab 10 Seiten unverzichtbar.
- Produktbereiche: Gegliedert nach Kategorie, Kollektion oder Anwendungsfall. Jeder Bereich mit einer klaren Überschrift.
- Bestellinformationen: Wie bestellt wird, Mindestbestellmengen, Zahlungsbedingungen, Kontaktdaten.
- Rückseite: Kontaktdaten, Social Media, Website.
Schritt 5: Designprinzipien (ohne Designer zu sein)
Sie brauchen keine Designausbildung, aber ein paar Regeln sollten Sie befolgen:
Konsistenz ist alles. Verwenden Sie auf jeder Seite dieselben Schriften, Farben und Layoutstrukturen. Wenn Produktnamen auf Seite 3 in 14 pt fett stehen, sollten sie auch auf Seite 30 in 14 pt fett stehen. Genau hier glänzen Vorlagen — sie erzwingen Konsistenz automatisch.
Weißraum ist Ihr Freund. Quetschen Sie nicht jeden Zentimeter der Seite mit Produkten voll. Geben Sie jedem Produkt Raum zum Atmen. Ein aufgeräumter Katalog mit weniger Produkten pro Seite schlägt einen überladenen jedes Mal.
Maximal zwei bis drei Schriften. Eine für Überschriften, eine für Fließtext, vielleicht eine für Preise oder Akzente. Mehr als drei Schriften wirkt chaotisch.
Bleiben Sie bei Ihren Markenfarben. Nutzen Sie Ihre Logofarben als Akzentfarben im gesamten Katalog. Führen Sie keine beliebigen Farben ein, die nicht zu Ihrer Marke gehören.
Produktbilder sollten einheitlich sein. Gleiche Größe, gleicher Stil, gleicher Hintergrund bei allen Produkten. Wenn manche Produkte weiße Hintergründe haben und dazwischen wahllos Lifestyle-Aufnahmen gemischt sind, wirkt das unprofessionell.
Schritt 6: Generieren und prüfen
Sobald Ihr Katalog zusammengestellt ist, generieren Sie das PDF und prüfen es sorgfältig:
- Gleichen Sie jeden Preis mit Ihrer aktuellen Preisliste ab
- Prüfen Sie, ob alle Bilder korrekt geladen wurden und scharf aussehen
- Stellen Sie sicher, dass die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis stimmen
- Kontrollieren Sie die Varianteninformationen auf Richtigkeit
- Suchen Sie nach Rechtschreibfehlern und uneinheitlicher Formatierung
- Prüfen Sie Kontaktdaten und Bestellhinweise
Geben Sie den Katalog anschließend jemand anderem zum Gegenlesen. Frische Augen finden, was Sie nach Stunden der Arbeit übersehen.
Schritt 7: Teilen und aktualisieren
Ist der Katalog fertig, denken Sie an die Verteilung:
- Per E-Mail versenden an Ihre bestehende Einkäuferliste
- Als Flipbook-Link teilen auf Ihrer Website und in Social Media
- Exemplare drucken für Messen und persönliche Termine
- QR-Code ergänzen, der zur digitalen Version führt
Und legen Sie einen Update-Rhythmus fest. Ändern sich Ihre Produkte saisonal, aktualisieren Sie den Katalog jede Saison. Ändern sich Produkte und Preise häufig, lohnen sich monatliche Updates.
Tools wie EasyCatalogs machen Updates einfach — Shopify-Daten synchronisieren und den Katalog mit einem Klick neu generieren. Aus einem vollen Tag Designarbeit werden ein paar Minuten.
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